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Was kostet Laserschneiden? Kosten selbst berechnen
Wer fragt „was kostet Laserschneiden“, bekommt von Anbietern selten eine Zahl, sondern ein Angebot. Der Grund: Der Preis ergibt sich aus Maschinenzeit, Stundensatz, Material und Rüstkosten, und jede dieser vier Größen hängt von Ihrer Datei ab. Hier steht die Rechnung Schritt für Schritt, mit einem Beispiel, das Sie nachrechnen können.
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Was beim Laserschneiden den Preis bestimmt
- Maschinenzeit. Der größte Posten. Sie hängt von der Schnittlänge (Summe aller Konturen), vom Material, von der Dicke und von der Laserleistung ab. Jede Ecke, jede kleine Kontur und jedes Loch bremst die Anlage, und bei jedem Loch kommt ein Einstich dazu.
- Stundensatz. Was die Maschine pro Stunde kosten muss: Abschreibung, Zinsen, Strom, Verschleißteile, Absaugung, Raum und Bedienung. Er unterscheidet sich je nach Anlage und Betrieb stark (siehe unten).
- Material. Zählt als Preis pro Teil, nicht pro Platte, und enthält den Verschnitt.
- Rüstkosten. Datei prüfen, programmieren, Platte auflegen, Fokus einstellen. Fällt einmal pro Auftrag an, nicht pro Teil.
- Menge. Verteilt die Rüstkosten und verbessert meist die Verschachtelung.
- Nacharbeit und Extras. Entgraten, Schutzfolie abziehen, Gravur, Versand. Nicht Teil dieser Rechnung, aber im Angebot.
Die Formel
Maschinenzeit = Schnittlänge ÷ Schnittgeschwindigkeit × Anzahl der Durchgänge
Preis pro Auftrag = Maschinenzeit × Stundensatz + Material (mit Verschnitt) + Rüstkosten
Preis pro Meter (nur Maschinenzeit) = Stundensatz ÷ 60 ÷ Geschwindigkeit in m/min
Die Schnittgeschwindigkeit finden Sie für viele Maschinen und Materialien in unserer Leistungs- und Geschwindigkeitstabelle (auf Englisch). Für Blech mit Faserlaser (Euro pro Meter, Schneidgas, Wasserstrahl-Vergleich) gibt es die Seite Laserschneiden Kosten für Blech und Schnellrechner.
Welcher Stundensatz ist realistisch?
Einen pauschalen Stundensatz gibt es nicht, und wir nennen keinen, den wir nicht belegen können. Zwei veröffentlichte Rechnungen zeigen die Spanne:
- CO2-Laser für Acryl und Ähnliches. Trotec rechnet in seinem Whitepaper „Vorteile des Laserschneidens von Acryl“ (Basiskalkulation, Werte nach eigener Angabe mit Trotec-Kunden erarbeitet) mit einer 200-W-Anlage, 85.000 € Wiederbeschaffungswert und 1.300 Laserstunden im Jahr. Ergebnis: 22,40 € Maschinenstundensatz, mit Bediener (4,60 €) und Konstrukteur (7,00 €) 34 € Gesamtstundensatz.
- Lohnschneider für Blech. Das Schneidforum nennt auf seiner Seite „Was kostet eine Laserstunde?“ Laserschneidstunden zwischen 90 und 350 €, je nach Anlage und Kalkulationsart, und weist darauf hin, dass die Allgemeinkosten eines Betriebs bei 30 oder auch 150 € pro Stunde liegen können.
Wie der Trotec-Stundensatz zustande kommt, lässt sich nachrechnen. Pro Laserstunde (1.300 Stunden im Jahr):
| Posten | Jahreswert | pro Laserstunde |
|---|---|---|
| Abschreibung: 85.000 € ÷ 5 Jahre | 17.000 € | 13,08 € |
| Zinsen (6 % auf das gebundene Kapital, Wert von Trotec) | 2.550 € | 1,96 € |
| Instandhaltung (2 % = 1.700 €) und Raum (25 m² × 18 €) | 1.700 € + 450 € | 1,66 € |
| Energie (Wert von Trotec übernommen) | – | 0,86 € |
| Filter | 3.000 € | 2,31 € |
| Laserröhre | 3.300 € | 2,54 € |
| Maschinenstundensatz | 22,40 € |
Die Werte folgen Trotecs Tabelle (Instandhaltung und Raum ergeben gerechnet 1,65 €, Trotec nennt 1,66 €). Die Einzelwerte addieren sich auf 22,41 €; Trotec rundet auf 22,40 €. Nur beim Energiewert lässt sich die Zahl aus der Tabelle nicht selbst herleiten (Trotec nennt dort 1.716 € im Jahr, das wären 1,32 € pro Stunde), deshalb steht er hier als übernommener Wert. Das ist die Rechnung eines Herstellers für eine bestimmte Anlage und Auslastung, kein Marktpreis. Bei weniger Laserstunden pro Jahr steigt der Satz, denn die festen Posten verteilen sich auf weniger Stunden. Für den Betrieb zu Hause oder in der kleinen Werkstatt setzen Sie Ihre eigenen Zahlen ein: Anschaffungspreis, geplante Jahresstunden, Strom, Verschleiß.
Rechenbeispiel: ein Teil, 50 Teile
Damit die Rechnung nachvollziehbar bleibt, nehmen wir Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen Werte ersetzen. Das sind keine Marktpreise, sondern Rechenzahlen:
- Schnittlänge pro Teil: 0,9 m (Annahme)
- Schnittgeschwindigkeit: 0,75 m/min (750 mm/min, der Durchschnittswert aus der Trotec-Kalkulation: 45 m pro Stunde)
- Gesamtstundensatz: 34 €/h (Trotec-Beispiel von oben)
- Plattenpreis: 24 € pro Platte (Annahme, setzen Sie Ihren Lieferantenpreis ein)
- Rüstkosten: 15 € pro Auftrag (Annahme)
- Gute Verschachtelung: 30 Teile pro Platte; schlechte: 24 Teile (Annahme)
Schritt 1: Maschinenzeit pro Teil. 0,9 m ÷ 0,75 m/min = 1,2 min (72 Sekunden).
Schritt 2: Maschinenkosten pro Teil. 34 €/h ÷ 60 = 0,5667 €/min; 1,2 min × 0,5667 €/min = 0,68 €.
Ein einzelnes Teil: 0,68 € Maschine + 24 € (eine Platte gekauft) + 15 € Rüsten = 39,68 €.
50 Teile, gute Verschachtelung (30 pro Platte): 50 ÷ 30 = 1,67, also 2 Platten.
- Maschine: 50 × 0,68 € = 34,00 €
- Material: 2 × 24 € = 48,00 €
- Rüsten: 15,00 €
- Summe: 34 + 48 + 15 = 97,00 €, das sind 97 ÷ 50 = 1,94 € pro Teil
Ohne Gewinnmarge, Versand und Mehrwertsteuer. Ein Angebot liegt darüber. Die Rüstkosten machen aus 39,68 € für ein einzelnes Teil nur noch 0,30 € pro Teil (15 ÷ 50) in der Serie.
Zum Vergleich der reinen Maschinenzeit pro Meter: 34 ÷ 60 ÷ 0,75 = 0,7556, also rund 0,76 € pro Meter.
Was die Verschachtelung ausmacht
Gleiche Teile, gleicher Laser, gleiche Maschinenzeit, anderer Preis: Passen aus derselben Platte nur 24 statt 30 Teile, braucht der Auftrag über 50 Teile 3 statt 2 Platten (50 ÷ 24 = 2,08).
- Material: 3 × 24 € = 72,00 €
- Maschine 34,00 € + Rüsten 15,00 € bleiben gleich
- Summe: 34 + 72 + 15 = 121,00 €, also 121 ÷ 50 = 2,42 € pro Teil
Das sind 0,48 € mehr pro Teil, rund 25 % (2,42 ÷ 1,94 = 1,25), nur wegen der Anordnung. Deshalb lohnt es sich, Teile eng zu platzieren, gemeinsame Schnittkanten zu nutzen und Plattenformate zu wählen, die zu den Teilen passen.
Ihre eigene Datei durchrechnen
Die Schnittlänge schätzen Sie nicht, sie wird aus der Datei gemessen. Laden Sie SVG, DXF oder PDF in den Rechner: Er summiert alle Konturen, setzt Maschine, Stundensatz, Material und Rüstkosten ein und zeigt Maschinenzeit und Preis. Die Datei verlässt dabei Ihren Browser nicht. Der Rechner ist auf Englisch.
Nur die Zeit für eine bekannte Schnittlänge: Laser-Schneidzeit-Rechner. Der englische Hintergrundartikel: How much does laser cutting cost?
Häufige Fragen
Was kostet Laserschneiden?
Es gibt keinen festen Preis, weil die Maschinenzeit den Preis bestimmt: Schnittlänge geteilt durch Schnittgeschwindigkeit, mal Stundensatz, plus Material und Rüstkosten. Ein CO2-Beispiel von Trotec rechnet mit 34 € Gesamtstundensatz, Lohnschneider für Blech nennen laut schneidforum.de 90 bis 350 € pro Laserstunde.
Wie berechnet man die Kosten fürs Laserschneiden?
Maschinenzeit = Schnittlänge ÷ Geschwindigkeit. Preis = Maschinenzeit × Stundensatz + Material (inklusive Verschnitt) + Rüstkosten ÷ Stückzahl. Den Schnittlängen-Teil nimmt Ihnen der kostenlose Rechner ab: Datei hochladen, fertig.
Warum ist ein einzelnes Teil so viel teurer als das Stück bei 50 Teilen?
Weil Programmieren, Einrichten und das Anfahren der Platte einmal pro Auftrag anfallen. Im Rechenbeispiel unten sind es 15 € Rüstkosten: bei einem Teil tragen sie alle, bei 50 Teilen nur 0,30 € pro Stück.
Was kostet Laserschneiden pro Meter?
Die reine Maschinenzeit pro Meter ist Stundensatz ÷ 60 ÷ Geschwindigkeit in m/min. Bei 34 €/h und 0,75 m/min sind das rund 0,76 € pro Meter. Angebote von Lohnschneidern liegen darüber, weil Einstiche, Programmierung, Material und Marge dazukommen. Preise pro Meter für Blech stehen auf der Seite Laserschneiden Kosten für Blech.
Warum zählt die Verschachtelung beim Preis?
Sie entscheidet, wie viele Teile aus einer Platte kommen. Im Beispiel bringt dieselbe Platte bei guter Anordnung 30 Teile, bei schlechter 24. Der Stückpreis steigt dadurch von 1,94 € auf 2,42 €, ohne dass der Laser länger schneidet.
Quellen (abgerufen am 1. November 2026): Trotec, Whitepaper „Vorteile des Laserschneidens von Acryl“, Seite „Basiskalkulation für eine Betriebsstundenrechnung“ (PDF); Schneidforum, „Was kostet eine Laserstunde? Betriebskosten senken!“ (schneidforum.de). Plattenpreis, Rüstkosten, Schnittlänge und Teilezahl im Beispiel sind Annahmen zum Nachrechnen.
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